Geschichten

Schweizer Vorlesetag 2020

Könnt ihr euch noch daran erinnern wie euch früher vorgelesen wurde? Welche Gefühle kommen dabei hoch?

Ich liebte diese Momente. Egal, ob Mami, Papi, die Lehrerin oder sonst wer gelesen hat. Ich hörte auch gerne Geschichten ab Kassette (ja, es ist schon eine Weile her 😉 ). Allerdings hatte das Hörspiel für mich nie die gleiche Qualität, wie dies direkte Vorlesezeit hatte. Denn nur schon, dass sie sich Zeit nehmen um mir eine Geschichte vorlesen zu können und ihre Aufmerksamkeit in dem Moment nur dem Buch und den Zuhörern geltet, ist mit einem Hörspiel einfach nicht zu vergleichen. Aber auch, dass man die Geschichte in einer bekannten Stimme hört und direkt sehen kann, wie sich die Mimik und Gestik des Vorlesers verändert ist doch einfach toll. Und anschliessend an das Vorgelesene (oder auch währenddessen) kann man zusammen über die Geschichte reden. Man kann miteinander fantasieren, wie die Geschichte weitergehen könnte oder weshalb eine Figur so handelt, wie sie eben handelt.

Ich kann mich noch erinnern, wie mir in der Schule diese Momente fehlten, als die Lehrer nicht mehr täglich aus einem Buch vorgelesen haben. Und das, obwohl ich schon damals sehr viel selber gelesen habe. Aber es ist einfach nicht dasselbe.

Heute findet der Schweizer Vorlesetag 2020 statt. Eigentlich wären schweizweit viele verschiedene Anlässe geplant gewesen. Aufgrund Corona mussten einige dieser Anlässe leider abgesagt werden. Aber den Schweizer Vorlesetag 2020 können wir alle auch so zelebrieren. Es ist ganz einfach:

  1. Nehmt ein Buch, vielleicht sogar eines mit dem ihre eigene Kindheitserinnerungen habt.
  2. Besucht euer Paten-, Enkel-, Nachbarskind oder nehmt euch bewusst Zeit für eure eigenen Kinder.
  3. Macht es euch gemütlich.
  4. Und lest vor. Ihr könnt nichts falsch machen. 
  5. Schaut zwischendurch in die Kinderaugen, welche euch gespannt anschauen, wie die Geschichte wohl weitergeht.

Vorlesen ist wirklich nicht schwierig. Viele Leute haben die Befürchtung, dass sie es einfach nicht können. Aber das tolle am Vorlesen ist, dass die Geschichte bereits geschrieben ist und man sie nur ablesen muss. Man muss nichts selber erfinden (man darf natürlich). Und das mit dem Stimmenverstellen und dem Spannungsaufbau, etc. das funktioniert dann mit der Erfahrung immer besser. Aber Kinder brauchen das gar nicht, sie hängen auch so an euren Lippen.

Bei uns wird an den meisten Tagen sehr viel vorgelesen. Für mich persönlich ist es wichtig, um die Freude am Vorlesen beibehalten zu können, dass ich genügend Abwechslung habe. Wenn dasselbe Kinderbuch zum sechsten Mal am Tag gewünscht wird um vorzulesen, dann bin ich ehrlich gesagt auch nicht mehr gleich enthusiastisch. Dann stelle ich den Kindern oft ein Alternativbuch vor und meist wird dies dann angenommen und wir können unsere Vorlesezeit geniessen.

Auch unseren Tag beschliessen wir immer mit Vorlesezeit. Jedes Kind darf sich jeden Abend eine (oder zwei) Geschichte(n) auslesen. So wünscht Kindeins schon seit Monaten allabendlich eine Geschichte aus den Büchern von Erwin Mosers Gute-Nacht-Geschichten. Die Geschichten handeln immer von Tieren, welche oft vermenschlicht werden und immer wieder sehr lustige Dinge machen, erleben, sagen oder erfinden. Es sind relativ kurze Geschichten mit einer schönen Illustration dazu. Also sehr passend für vor dem Schlafen.

Ich wünsche euch heute eine wunderschöne Vorlesezeit. Und hoffe – dort wo es nicht eh schon so ist – dass viele von euch die Freude am Vorlesen entdecken und dies zu eurem Ritual werden lässt. Habt ihr euch schon für ein Buch entschieden?

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