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Wie viel wärmer ist 1 Grad?

Die Klimaerwärmung ist in aller Munde. Und ich denke, dass unsere Kinder sich (leider) noch viel mehr mit dieser Thematik und deren Folgen auseinander setzen werden müssen. Das Kinderbuch „Wie viel wärmer ist 1 Grad?“ erklärt die Zusammenhänge in einer kindgerechten Art und Weise und regt an, sich und sein Verhalten zu reflektieren. Denn wir alle können etwas gegen die Klimaerwärmung machen, auch wenn es nur ganz kleine Schritte sind. Aber auch viele kleine Schritte ergeben in der Summe mehrere Kilometer.

„Wie viel wärmer ist 1 Grad?“ wurde von Kristina Scharmacher-Schreiber geschrieben und vom Beltz & Gelberg Verlag im 2019 veröffentlicht. Es umfasst 96 Seiten und wurde passend zum Thema umweltfreundlich ausgestattet.

Dem Leser wird zum Einstieg der Unterschied zwischen dem Wetter und dem Klima erklärt. So wird unter dem Begriff Klima das „zusammengefasste“ Wetter von 30 Jahren verstanden. Weiter beschäftigt sich das Buch mit den verschiedenen Klimazonen und der Klimaentwicklung in der Weltgeschichte. Es beschreibt den Treibhauseffekt und dessen Gase, geht auf extreme Wetterphänomene, die Eis- und Schneeschmelze und den steigenden Meeresspiel ein. Aber auch die korrekte Müllentsorgung, die verschiedenen Fortbewegungsmittel, der Einfluss von Lebensmitteln, die steigende Weltbevölkerung, die Regenwald Abholzung und erneuerbare Energien werden thematisiert.

Zum Schluss werden mit einer passenden bildlichen Darstellung der ökologische Fussabdruck erklärt und wie wir in Zukunft klimaneutraler leben könn(t)en.

Als ich das Buch aufgeschlagen habe, war ich zuerst etwas irritiert, da es kein Inhaltsverzeichnis gibt, was bei Sachbüchern eigentlich üblich ist. Allerdings geht die Autorin so gekonnt fliessend von einer Thematik in die nächste, dass es in der Tat sehr schwierig bis unmöglich gewesen wäre ein passendes Inhaltsverzeichnis zu machen.

Das Buch ist gut verständlich und in kurzen Sätzen geschrieben. Durch Sprechblasen wird der Text noch etwas aufgelockert. Zusätzlich zum Text wird der Inhalt mit den Illustrationen verbildlicht. Die Bilder sind klar und farblich harmonisch gehalten. Toll finde ich auch das Zusammenspiel vom Vor- und Nachsatzpapier: so sind im Vorsatzpapier einige wenige Bäume und viele gerade angepflanzte zu sehen, wohingegen im Nachsatzpapier bereits ein ganzer Wald abgebildet ist.

Ich finde es ein sehr empfehlenswertes Buch für Kinder von etwa sieben bis neun Jahren, da die komplexe Thematik zwar relativ umfassend, aber doch ganz einfach erklärt wird. Und auch einem Erwachsenen kann „Wie viel wärmer ist 1 Grad?“ helfen sich über sämtliche Zusammenhänge der Klimaerwärmung (wieder) bewusster zu werden.

Meiner Meinung nach ist es der Autorin hervorragend gelungen, dass der Leser sich und sein Verhalten zwar reflektiert und sich das schlechte Gewissen allenfalls auch ein wenig regt. Aber das ganz ohne einen erhobenen Zeigefinger! Das finde ich toll.

Das einzige was ich mir vielleicht noch gewünscht hätte, sind kleine konkrete Massnahmen, welche die Kinder (zusammen mit der Familie) direkt umsetzen können. Aber das Buch kann auch als Anlass genommen werden, sich gemeinsam Massnahmen auszudenken: zum Beispiel mit dem Fahrrad ins Training gehen und sich nicht von den Eltern fahren lassen. Oder man näht zusammen Veggie Bags um beim Einkauf auf die Plastiksäckli verzichten zu können. Oder alle nehmen bei einem Ausflug die gefüllte Trinkflasche mit, um keine PET-Flaschen kaufen zu müssen. Oder das Pausenbrot wird in Zukunft in ein Bienenwachstuch gewickelt und nicht mehr in Haushaltsfolie eingepackt. Oder… Oder… Oder…

Was setzt ihr in der Familie um, um sich der Klimaerwärmung entgegenzustellen?

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