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Disco!

Phuu, ich weiss nicht wie oft in meinem Leben ich schon mit Geschlechterklischees konfrontiert wurde. Und als ehemalige Eiskunstläuferin habe ich es schon als Kind nicht verstanden, weshalb ich mich in der Schule nie für mein Hobby rechtfertigen musste, ein Eiskunstlaufkollege aber andauernd. Und wenn Kindeins seine Haare jetzt wachsen lassen möchte, dann soll er das doch dürfen. Und wenn seine Lieblingsfarbe (ok, die wechselt etwa jede Woche einmal) gerade Pink ist, dann ist das doch super so.

Deshalb stelle ich euch heute ein schönes Bilderbuch gegen diese Geschlechterklischees vor.

„Disco!“ von Frauke Angel ist 2019 im Jungbrunnen Verlag erschienen. Es umfasst 32 Seiten und ist für Kinder ab vier Jahren zu empfehlen.

In diesem Bilderbuch erzählt ein namenloser Junge von seiner besten Freundin Pina. Pina ist nämlich der Meinung, dass es keine Jungs- oder Mädchenfarben gibt. Sondern nur Lieblingsfarben. Die beiden spielen Disco und gehen am nächsten Tag mit ihrer Discobekleidung in den Kindergarten. Der Vater von Eddie kann nicht verstehen, weshalb der Junge ein rosa Hemd trägt und würde es nicht verwunderlich finden, wenn dieser später schwul werden würde. Und auch die Kindergärtnerin ist der Meinung, dass ein Junge in Mädchensachen nicht angezogen, sondern verkleidet ist und bringt ihm deshalb sofort Wechselkleidung. 

So kommt es, dass der Vater vom namenlosen Jungen sämtliche Discobekleidung in den Kindergarten mitbringt damit es alle zusammen so richtig bunt treiben können. Sogar die Kindergärtnerin feiert mit und der Papa von Eddie kann sich beruhigen.

Der Text ist in kurzen Sätzen und einer kindgerechten Sprache geschrieben und in kurze Textblöcke unterteilt. 

Die gesamte Geschichte wird aus der Ich-Perspektive des Kindergartenjungen erzählt. Diese kindlich-naive Herangehensweise nimmt dem Thema etwas an Schwere. 

Die reduzierten, kindlichen und teils schon fast karikaturistisch wirkenden Illustrationen von Julia Dürr unterstreichen die Geschichte wunderbar. Es gibt auf den Bildern einiges zu entdecken und sie stellen das Leben eines vor Ideen sprühenden Kindergartenkindes so passend dar.

Ich finde es toll, wie ein etwas schwierigeres Thema durch diese unschuldig-naive Erzählweise und die dazu passenden Illustrationen so leicht dargestellt wird.

Wer eine Geschichte gegen Geschlechterklischees sucht, wird mit diesem tollen Kinderbuch fündig. Eine klare Empfehlung dafür.

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