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Avas Traum oder wie das Gehirn funktioniert

Ich darf euch wiedermal ein Buch vorstellen, von dem ich schlichtweg begeistert bin. Einfach toll.

Mich als Physiotherapeutin mit neurologischer Weiterbildung hat dieses Buch ja schon fast angesprungen. Ich musste es einfach lesen. Und ich bin ja davon überzeugt, dass es Bücher gibt, welche einfach zu einem müssen, auch wenn man sich anfangs noch dagegen wehren sollte. Zum Beispiel war ich vor etwa 15 Jahren in einer Buchhandlung und nahm immer wieder dasselbe Buch aus dem Bücherregal und jedes Mal stellte ich es sofort wieder zurück, da mich das Cover damals überhaupt nicht angesprochen hat. Als es dann zum x-ten Mal in meinen Händen landete, habe ich es einfach gekauft (ohne Erwartungen). Naja, was soll ich sagen – bis heute ist es eines meiner Lieblingsbücher. Kommt dir auch ein Buch in den Sinn, das du zuerst überhaupt nicht lesen wolltest und dann am liebsten nicht mehr aus den Händen gelegt hättest?

Das Buch „Avas Traum oder wie das Gehirn funktioniert“ wurde von Jerzy Vetulani und Maria Mazurek geschrieben und ist im 2019 im Helvetiq Verlag erschienen. Es umfasst 72 Seiten.

Das Kindersachbuch beginnt damit, dass Ava schlafen geht und sich die Organe von Ava streiten, wer denn nun das wichtigste Organ ist. So bekommt der Leser direkt einen Überblick über die Aufgaben der verschiedenen Organe. Irgendwann kommt das Gehirn dazu und schlichtet den Streit. Ava tritt in ihrem Traum in einen Dialog mit ihrem eigenen Gehirn. Denn Ava hat ganz viele Fragen. So erklärt das Gehirn Ava zum Beispiel mit ganz vielen Bildern die verschiedenen Hirnanteile, die Hirnentwicklung, wie Emotionen entstehen, die Funktionsweise des Gedächtnisses (wie man lernt), wie man denkt oder für was Hormone gut sind. Aber auch das Thema Tod wird nicht ausgeklammert. Es wird erklärt, dass nicht alle Menschen gleich über das „was nach dem Tod ist“ denken, da dies auch wissenschaftlich nicht belegt werden kann. 

Zum Schluss kommt Avas Gehirn zur Kernaussage, dass sich jedes Gehirn laufend verändert und somit jede Person seine Zukunft in den eigenen Händen hat, da man selber darüber entscheidet.

„Avas Traum oder wie das Gehirn funktioniert“ ist leserfreundlich gestaltet. Die Bilder greifen Erklärungen sehr gut auf und helfen dem Leser den Text besser zu verstehen.

Oft kratzen solche komplexen Kinderbücher nur an der Oberfläche. Bei „Avas Traum“ merkt man aber, dass dies das Fachgebiet des Autors war. Dieser war nämlich Neurobiologe. So werden auch Fachbegriffe und lateinische Bezeichnungen genannt. Aber trotzdem wird dem Leser die ganze Thematik mit einer gewissen Leichtigkeit, viel Witz und Beispielen direkt aus dem Kinderalltag näher gebracht. Meiner Meinung nach eignet sich das Buch für die Zielgruppe von acht bis zehn Jahren, aber auch Erwachsene (welche sich nicht weiter mit der Neurologie auseinandergesetzt haben) können ganz viel von diesem Buch lernen.

Schenkt euch oder einem Kind dieses Buch und lasst die Nervenzellen im Hirn spriessen. Ganz im Sinne, dass das Gehirn sich ständig anpasst und immer lernen möchte.

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